Baugeschichte

GERA Die „GERA“ wurde zusammen mit vier Schwesterschiffen 1959/60 auf der Peene-Werft in Wolgast gebaut und 1961 beim Fischkombinat Rostock in Dienst gestellt. 1961 war das letzte Jahr, in dem sowohl in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als auch in der Bundesrepublik Deutschland Seitentrawler in Dienst gestellt wurden. In Ost und West wurden nun die Seitentrawler von den modernen Hecktrawlern abgelöst. Die „GERA“ repräsentiert daher die letzte Generation der weltweit traditionsreichen Seitentrawler.

Technisch ausgereift und mit seinerzeit modernen Einrichtungen versehen, steht die 943 BRT große „GERA“ am Ende einer langen Entwicklungsreihe. Sie verfügt über eine damals neuentwickelte Vater-und-Sohn-Antriebsanlage mit insgesamt 1420 PS. Die 34 Mann starke Besatzung wohnte im Achterschiff in Ein-Mann- und Zwei-Mann-Kammern. Neuentwickelt waren in dem 65,55 Meter langen und 10,32 Meter breiten Schiff auch die Fischmehlanlage und die Leberölgewinnungsanlage. In Konzeption und Aussehen gleicht die „GERA“ den Seitentrawlern, die früher in Bremerhaven beheimatet waren.

Zunächst lief die „GERA“ vor allem Fangplätze bei West-Grönland und Labrador an, wo einige Jahre gute Erfolge erzielt wurden. Seit Ende der 1970er Jahre wurden die „GERA“ und ihre Schwesterschiffe nur noch für Transport- und Versorgungsaufgaben in der Fischereiflotte der DDR eingesetzt. Der letzte Einsatz führte die „GERA“ als Zubringerschiff im März 1990 nach Mauretanien. Im Juni 1990 übernahm das Historische Museum Bremerhaven den letzten noch existierenden deutschen Seitentrawler und rettete ihn vor der bevorstehenden Verschrottung in Portugal. Die letzte Besatzung der „GERA“ überführte das Schiff mit vollständiger Ausrüstung nach Bremerhaven, wo sie seitdem im alten Fischereihafen vor Anker liegt.

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