Fangen

Fangen War der Seitentrawler nach rund sechs bis acht Tagen am Fangplatz angekommen, wurde das Netz ausgesetzt. Zuerst brachte die Decksmannschaft den Netzbeutel, dann den Steert und schließlich den Rest des Netzes aus. Nun wurde wieder langsam Fahrt aufgenommen und das Netz über den Grund des Meeres geschleppt. Nach etwa zwei bis drei Stunden war der Schleppvorgang beendet. Das Netz wurde durch die Netzwinde an den Seitentrawler herangezogen, bis die Scherbretter an den Galgen hingen.

Die Mannschaft zog mit Hilfe von Muskelkraft den Steert an das seitliche Schanzkleid, damit die Winde über den Steertbaum den Steert an Bord hieven konnte. Hierbei handelte es sich um eine sehr kräftezehrende Arbeit. Die Besatzung musste mit bloßen Händen oder mit Netzhaken das Netz einholen. Dies war selbst bei gutem Wetter eine harte und gefahrvolle Arbeit. Hing das Netz endlich am Steertbaum über dem Fangdeck, wurde es durch den Bestmann geöffnet, und der Fisch ergoss sich an Deck.

Besonders aufwändig war das Schlachten der Fische. Ihnen wurde der Bauch aufgeschnitten und die Innereien entfernt. Nach sorgfältigem Waschen wurden die Fische durch die Fischluken in den Fischraum befördert und dort auf Eis gelegt. Dies musste sehr schnell gehen, da auf einem guten Fangplatz bereits während des Schlachtens das Netz ausgesetzt wurde. Wenn dieses zerrissen oder an einigen Stellen defekt war, wurde es sofort unter Zeitdruck repariert und dann wieder ausgebracht.

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