Frischzellenkur für den Seitentrawler „GERA“

Europäische Union finanziert die Überholung des Bremerhavener Museumsschiffs

Seit genau 25 Jahren kann der letzte Seitentrawler der Großen Hochseefischerei im Bremerhavener Schaufenster Fischereihafen besichtigt werden. Als authentisches Fischereimotorschiff ist die „GERA“ aus der touristischen Meile, in der sich alles um den Fisch dreht, nicht mehr wegzudenken. 1959 wurde die „GERA“ kielgelegt und zählt damit zur letzten Generation der traditionsreichen Seitentrawler, die fast 90 Jahre lang in der Hochseefischerei im Einsatz waren und von den modernen Hecktrawlern und Fangfabrikschiffen abgelöst wurden.

Im Frühjahr 2019, zum Beginn der nächsten Besuchersaison, soll die „GERA“ rechtzeitig zum 60. Jubiläum der Kiellegung in neuem Glanz erstrahlen. „Wir sind sehr froh, dass unser Finanzierungsantrag an den Europäischen Meeres- und Fischereifonds positiv entschieden wurde“, äußert sich Direktor Dr. Alfred Kube vom Historischen Museum Bremerhaven erleichtert. „Dadurch sind wir nun in der Lage, die schiffbauliche Substanz der „GERA“ auch für die Zukunft zu sichern, damit sie weiterhin ein fester Bestandteil des Schaufensters Fischereihafen bleibt“.

Eine der Maßnahmen im Katalog der anstehenden Arbeiten ist die Konservierung des Schiffrumpfs. Der Stahl ist im Brackwasser des Hafens besonderen Belastungen ausgesetzt, da Bewuchs und Seepocken (Fouling) die Substanz angreifen. Aus diesem Grund muss die „GERA“ regelmäßig ins Trockendock, damit der Rumpf gereinigt und neu konserviert werden kann. Eine zweite große Maßnahme ist die Erneuerung des über 200 qm großen Arbeitsdecks im vorderen Bereich des Schiffs. Die Holzplanken des Decks müssen erneuert und das darunter liegende Stahldeck konserviert werden.

„Wir führen ein engmaschiges Monitoring des Museumsschiffs durch und arbeiten mit Unterstützung unseres Fördervereins und der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft ständig an Maßnahmen zur Substanzerhaltung. Aber in regelmäßigen Abständen müssen umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, die nur eine Werft leisten kann. Und zum Glück haben wir in Bremerhaven immer noch eine hohe schiffbauliche Kompetenz“, erklärt Kube.

Nach dem Ende der diesjährigen Besuchersaison wird die 66 Meter lange „GERA“ im Herbst ins Trockendock der Bremerhavener Dockgesellschaft BREDO überführt. Dort wird sie in Nachbarschaft des derzeit größten Schiffssanierungsfalls in Bremerhaven eingedockt sein, der traditionsreichen „GORCH FOCK“, deren Sanierungskosten auf mittlerweile 100 Millionen Euro geschätzt werden. Das Segelschulschiff der Bundesmarine wurde 1958 ein Jahr vor der „GERA“ kielgelegt. Der Restaurierungsaufwand der „GERA“ ist mit rund einer halben Million Euro jedoch deutlich niedriger als bei der „GORCH FOCK“.

Für die Medien:
Das Foto zeigt das Museumsschiff FMS „GERA“ bei der Rückkehr von ihrem letzten Werftaufenthalt im Jahr 2011 vor ihrem Liegeplatz im Schaufenster Fischereihafen Bremerhaven.

Stand: 17.09.2018

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