Globalisierung

Fischdampfer JUNGE WELT 1984/85 zeichnete sich der beschleunigte Niedergang der deutschen Hochseefischerei ab. In Westdeutschland schrumpfte die Zahl der Reedereien auf nur noch vier Unternehmen. 1991 wurden die letzten westdeutschen Frischfischtrawler ins Ausland verkauft. In Ostdeutschland wurde das Fischkombinat Rostock umstrukturiert. Parallel dazu vollzog sich der Zusammenbruch der ostdeutschen Hochseefischerei als Folge der “Wende”. Die seit langem unrentabel arbeitende, überdimensionierte Fangflotte wurde in Rostock abgewickelt.

Nach 1990 setzte eine neue Phase in der Hochseefischereientwicklung ein, die Phase der globalisierten Hochseefischerei.

Es erfolgte ein Schrumpfungsprozess der deutschen Hochseefischereiflotte, begleitet von einer Übernahmekampagne isländischer und niederländischer Unternehmen, die Anteile an deutschen Reedereien erwarben. Die deutschen Fangquoten werden seit 2012 von neun Trawlern abgefischt, deren Mehrheitsanteile sich in ausländischer Hand befinden und die zum Teil verchartert sind. Von einer nationalen Hochseefischerei kann daher in Deutschland keine Rede mehr sein. Zwar fahren die neun Trawler unter deutscher Flagge, jedoch sind auf ihnen noch höchstens 100 deutsche Hochseefischer beschäftigt. Insbesondere duch die Ausweitung der Europäischen Union gibt es auf diesen Schiffen überwiegend Seeleute aus seefahrtsfernen Ländern.

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